351-1 Werk- und Armenhaus, 1815-1884 (Bestand)

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Ref. code:351-1
Title:Werk- und Armenhaus
Laufzeit:1815-1880
Level:Bestand

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Number:53
Running meters:2.00

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Administration history:Arbeitsfähige Arme und Züchtlinge wurden in dem 1618 aus den Erträgen einer Lotterie eingerichteten Werk- und Zuchthaus untergebracht und dort zur Arbeit angehalten. Später nahm man wegen Überfüllung der Hospitäler auch kranke Arme auf. Die armen oder mit ihren verwitweten Müttern in das Haus gekommenen Kinder wurden in einer Schule und durch Handwerksmeister unterrichtet.
Da das Haus mit der Erfüllung beider Aufgaben, der Armenfürsorge und der Aufnahme von Straftätern, überfordert war, trennte man 1812 die Einrichtung in ein Werk- und Armenhaus und ein Zuchthaus, die sich jedoch auf einem Grundstück befanden. 1828 kam eine Klasse für straffällig gewordene Kinder hinzu, die 1884 als Erziehungs- und Besserungsanstalt nach Ohlsdorf verlegt wurde. Die Aufsicht hatte seit 1823 die Verwaltung der Wohltätigkeits-, Straf- und Detentionsanstalten, kurz Gefängniskollegium genannt. 1863 übernahm die Gefängnisdeputation dessen Aufgaben. Erst jetzt wurde das Werk- und Armenhaus eine Staatsanstalt im eigentlichen Sinn, da sie sich vorher aus eigenen Kapitalien, Arbeit der Insassen, Kostgeld der Verwandten und sporadischen Zuwendungen von privater Seite und der Kämmerei finanziert hatte. 1893 ging die Verwaltung des Werk- und Armenhauses von der Gefängnisdeputation auf die Allgemeine Armenanstalt über. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es in Versorgungsheim umbenannt.
(Bü)

Das Werk- und Armenhaus wurde im Zuge der Reformmaßnahmen nach der französischen Besatzungszeit als selbstständige Anstalt eingerichtet. Während bis zu diesem Zeitpunkt hilfsbedürftige und straffällige Personen zusammen im Werk- und Zuchthaus (siehe Gefängnisverwaltung A) aufgenommen wurden, sollten künftig die Armen von den Gefangenen, die im Zuchthaus (Spinnhaus) blieben, getrennt werden.
Bis zum 31. März 1893 unterstand das Werk- und Armenhaus allerdings noch der Gefängnisverwaltung (bis 1863 Gefängniskollegium - siehe Gefängnisverwaltung A 12 und A 13, ab 1863 Gefängnisdeputation - siehe Gefängnisverwaltung B -).
Durch Gesetz vom 5. April 1893 ist die Verwaltung des Werk- und Armenhauses von der Gefängnisdeputation auf das Armenkollegium übergegangen.
Die 1828 im Werk- und Armenhaus eingerichtete Strafklasse wurde im Oktober 1884 als Erziehungs- und Besserungsanstalt nach Ohlsdorf verlegt und 1887 der neu eingerichteten Behörde für Zwangserziehung unterstellt.
30. März 1955
gez. Wülfken
Archival history:Die Archivalien sind 1934 vom Versorgungsheim und der Jugendbehörde ohne Verzeichnis abgeliefert worden (Geschäftsakte 3278/1934).
Der Bestand ist neu geordnet. Kassationen wurden nicht vorgenommen.
30. März 1955
gez. Wülfken

Der Best. enthält Protokolle und Akten der Verwaltung, Unterlagen der Finanzverwaltung, Aufnahmebücher sowie Unterlagen der Strafklasse.
Jede Archivguteinheit ist wie folgt zu zitieren: Staatsarchiv Hamburg, 351-1 Werk- und Armenhaus, Nr. ...

Conditions of access and use

Finding aids:Findbuch (Papier)
Scope
Signierung:Alte AE-Nr.
Numerus currens

Information on related materials

Related material:siehe auch: 242-1 I; 351-2 II; 354-2
Publications:Archivalbericht: Dr. Hagedorn: Das Werk- und Armenhaus in seiner historischen Entwicklung, Dezember 1902.
 

Containers

Number:1
 

Related units of description

Related units of description:351-2 II Allgemeine Armenanstalt II, 1821-1931 (Bestand)

siehe auch:
351-12 I Amt für Wohlfahrtsanstalten I, 1871-1946 (Bestand)

siehe auch:
242-1 I Gefängnisverwaltung I, 1615-1932 (Bestand)

354-2 Erziehungsanstalt Ohlsdorf, 1876-1933 (Bestand)
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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URL:https://recherche.staatsarchiv.hamburg.de/ScopeQuery5.2/detail.aspx?Id=1430
 

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